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Bujinkan – habe ich noch nie gehört; ist das Sport?

Wenn ich danach gefragt werde was ich für einen „Sport“ betreibe werde ich nach meiner Antwort direkt noch einmal gefragt 😀 Judo, Taekwondo, Karate und Co sind den allermeisten geläufig, aber Bujinkan Budo Taijutsu? Damit kann fast keiner etwas anfangen. Weil Bewegung zu einem ganzheitlich gesunden Lebensstil für mich dazugehört möchte ich euch heute meine Faszination für eine etwas andere „Sportart“ mit euch teilen.

Hintergrund zum Bujinkan Budo Taijutsu

Das Bujinkan Budo Taijutsu oder kurz Bujinkan stammt aus Japan und ist schon mehrere hundert Jahre alt. Die Wurzeln gehen bis in das feudale Japan zurück. Doch was ist dieses Bujinkan denn nun genau… Es handelt sich um ein System welches aus neun verschiedenen Schulen, den Ryu Ha, besteht. Diese Schulen entstammen den damaligen Samurai und Ninja des alten Japan. Heutzutage wird das System von Großmeister Masaaki Hatsumi gelehrt, welcher die 9 Schulen zu einem ganzheitlichen Konzept zusammengeführt hat. Das Bujinkan ist auch kein starres System, es befindet sich ständig im „Fluss“ und hat auch durch modernere Einflüsse viel dazugewonnen.
Bujinkan ist kein „Sport“ im klassischen Sinne. Es gibt keine Wettkämpfe. Es muss sich niemand gegenüber anderen behaupten. Es ist mehr eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Wir treffen uns zweimal wöchentlich unter der Leitung eines tollen Lehrers, der selber auch schon in Japan vom Großmeister unterrichtet wurde. Wir lernen dort immer wieder neues dazu und lernen auch uns und unseren Körper viel besser kennen. Bujinkan vereint Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Geistesschärfe, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und vieles, vieles mehr in sich.

Mein persönliches Bujinkan Training

Unsere Trainingseinheit beginnt mit dem Aufwärmen und sich „Durchbewegen“ (dies ist von zentraler Bedeutung um Verletzungen vorzubeugen – wir hatten noch nie eine ernsthafte Verletzung während unseres Trainings). Danach zeigt uns unser Lehrer einige Techniken oder auch immer wieder mal die grundlegenden Basics (Rollen, Fallübungen, Schläge, Tritte, Fußarbeit, Bewegungen…). Diese Sachen werden dann meist in Partnerübungen (und unter scharfer Beobachtung durch unseren Lehrer 😉 ) geübt. Für Fragen gibt es immer ein offenes Ohr und wenn es dann mal nicht auf Anhieb so klappt wie es sein sollte – dann gibt es geduldige Hilfestellungen.
Zum Abschluss eines Trainingsabends wird dann noch einige Minuten gedehnt. Dies fördert auch wieder die Beweglichkeit und Flexibilität. Nach dem Training fühle ich mich immer sehr ausgeglichen und zufrieden. Dieses Gefühl lässt mich auch immer wieder meinen inneren Schweinehund überwinden und regelmäßig zu den Trainingsabenden zu gehen.
Aber das Bujinkan geht auch weit über traditionellen Kampfsport hinaus. Es ist insgesamt mehr ein Lebensweg oder auch eine Lebensaufgabe. Zum Bujinkan gehört auch etwas Spirituelles dazu. Es ist die Einstellung zu uns selbst und zu unserer Umwelt die gelehrt und gelernt wird. Ein freundliches, liebevolles Miteinander in Achtsamkeit und gegenseitiger bedingungsloser Annahme ist IMMER besser als der Weg der Konfrontation. Klar ist es auch wichtig sich in Gefahrensituationen verteidigen zu können, aber die ganzen Techniken und Methoden um einen anderen Menschen zu verletzen sollten immer als wirklich letzte Option genutzt werden.
Wer es für seine eigene persönliche Entwicklung möchte kann im Bujinkan, wie in anderen Kampfsportarten auch, graduiert werden. Diese „Prüfungen“ sind keine Pflicht und dienen wirklich nur der Dokumentation der eigenen Fortentwicklung – außer man möchte irgendwann selber unterrichten. Dann ist der Weg über die 10 Kyu-Grade bis zu den Dan-Graduierungen unumgänglich 🙂
Wer einmal eine Leidenschaft für das Bujinkan entwickelt hat, den wird es ein Leben lang begleiten.

bujinkan

 

Bleibt natürlich, fühlt euch wohl!
Euer Tobias

Unser Dojo in Herne

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